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Die Pilz-App! Von Pilzsammler:innen für Pilzsammler:innen

Pilze suchen, finden, bestimmen, markieren und wiederfinden!

 

 

 

Warum ich diese App überhaupt gebaut habe

10. September 2026

Seit die App im Store ist, werde ich ab und zu gefragt, wieso ich mir das überhaupt angetan habe. Sieben Jahre, drei Programmiersprachen, unzählige Abende. Es gibt doch schon Pilz-Apps. Die ehrliche Antwort: Ich habe keine gefunden, die im Wald funktioniert. Zwei Dinge haben mich immer wieder geärgert.

1. Google Maps ist im Wald nutzlos

Praktisch jede App, die Fundorte speichern kann, zeigt sie auf Google Maps. Das sieht auf dem Sofa gut aus. Im Wald steht man dann auf einer grünen Fläche mit einem blauen Punkt drin. Keine Höhenlinien, kein Relief, keine Waldwege, keine Bachläufe, keine Lichtungen. Ob der Hang nach Norden oder Süden schaut, ob es hundert Höhenmeter rauf oder runter geht, ob da ein Weg ist oder Dickicht: nichts davon steht auf der Karte. Genau das sind aber die Informationen, die beim Pilzsuchen zählen.

Wer in der Schweiz unterwegs ist, kennt die Landeskarte. Man sieht darauf, wo der Wald steil wird, wo ein Grat verläuft, wo ein Waldweg endet. Ich wollte eine solche Karte in der App haben, mit Höhenlinien und Relief, hochauflösend für die Schweiz und brauchbar für den Rest von Europa. Und zwar als Vektorkarte, die sich nicht wie ein verpixeltes Foto verhält, sondern die man beliebig zoomen kann und die auf dem Gerät nicht viel Platz braucht. Das war der erste Grund, und der hat mich am meisten Zeit gekostet.

2. Im Wald gibt es kein Netz

Der zweite Grund ist banaler und hat mich mindestens so oft geärgert. Die guten Stellen liegen selten dort, wo der Empfang gut ist. Mehr als einmal stand ich mit einem schönen Fund vor mir, wollte ihn speichern, und die App drehte nur ihren Ladekreis. Oder ich wollte nachschauen, worauf ich bei einer Art achten muss, und die Beschreibung liess sich nicht laden. Zu Hause hatte ich dann vergessen, wo genau das war.

Eine Pilz-App, die eine Verbindung braucht, ist am Ort, an dem man sie braucht, keine Hilfe. Also musste alles Wichtige auf dem Gerät liegen: die Pilzbeschreibungen mit Bildern, das eigene Feldbuch, die Bestimmungsmerkmale. Funde werden lokal gespeichert und später abgeglichen, wenn wieder Netz da ist. Die Karte selbst ist der letzte Baustein: Kartenbereiche vorab herunterladen und dann komplett offline nutzen. Das kommt in Kürze als Teil von pilzen.ch Premium.

Und dann kam der Rest dazu

Wenn man einmal angefangen hat, hört man nicht mehr auf. Aus «Funde auf einer richtigen Karte speichern» wurde ein Feldbuch mit Fotos und Notizen, dann eine Sammlung von über 300 Pilzbeschreibungen, dann ein Saisonkalender, dann Wetter- und Niederschlagsdaten, weil die Frage «lohnt es sich dieses Wochenende?» auch beantwortet werden will. Zwischendurch habe ich die App zweimal in einer anderen Sprache neu geschrieben, weil die erste Version nicht auf beide Plattformen wollte und die zweite nicht schnell genug war. Zuletzt hat mir bei der Aufbereitung der Pilzdaten auch KI geholfen, sonst wäre ich heute noch beim Buchstaben B.

Eines ist von Anfang an gleich geblieben: Die Fundstellen bleiben privat. Sie liegen auf dem eigenen Gerät und werden nur zum Backup auf den Server gespielt. Niemand sieht sie ausser euch, und niemand wird sie je sehen, wenn ihr das nicht ausdrücklich wollt. Wer seine Stellen jahrelang gesucht hat, gibt sie nicht her. Ich auch nicht.

Wo es hingeht

Die App ist jetzt für iPhone und Android da, der Kern bleibt kostenlos. Offline-Karten und ein Farben-Picker zur Bestimmung kommen als kleines Jahresabo, damit die laufenden Kosten gedeckt sind. Was danach kommt, hängt auch von euch ab. Fehler, Wünsche und Ideen könnt ihr direkt aus der App schicken, und über jede Nachricht freue ich mich.

🍎 App Store ▶️ Google Play

Ben, pilzen.ch

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